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Stonehenge

In der Jungsteinzeit, die etwa 5000 Jahre zurückliegt, lebten in der Hochebene von Salisbury Menschen, die ihrer Nachwelt die äußerst faszinierenden Steinkreise und Hügelgräber der Megalith-Kultur hinterließen. Das bekannteste unter diesen Monumenten ist zweifelsohne das zur Kultstätte gewordene Stonehenge, um das sich zahlreiche Mythen und Legenden ranken.

Jüngeren Untersuchungen von Archäologen der Universität Sheffield zufolge diente Stonehenge über Jahrhunderte hinweg als Begräbnisstätte. Es wird vermutet, dass die dort Bestatteten einer Elitefamilie, vielleicht auch einer herrschenden Dynastie angehörten. Insgesamt seien bis zu 240 Menschen in Stonehenge beigesetzt worden, die zuvor ausnahmslos verbrannt worden seien.

Die Theorie, der zufolge Stonhenge einst von einem prähistorischen Stammesführer oder einem Königsgeschlecht angelegt wurde, erhärte sich laut der Wissenschaftler mit der Erkenntnis, dass es sich bei dem Steinkreis um eine ehemalige Begräbnisstätte für eine ausgewählte Anzahl von Personen handele.

Andere Archäologen gehen davon aus, dass Stonehenge die Bedeutung einer Heilstätte zukam. Sie sprechen daher von einem “prähistorischen Lourdes”, das Menschen, die an Krankheiten litten oder von Missbildungen bzw. Brüchen betroffen waren, als Pilgerstätte diente.

Die in Stonhenge gefundenen Überreste deuteten den Archäologen zufolge auf Krankheiten und Verletzungen hin. Darüber hinaus habe eine Analyse der Zähne gezeigt, dass die Hälfte der in Stonehenge bestatteten Personen nicht aus der näheren Umgebung gekommen sei.

Was laut Aussage der Archäologen die Theorie von der Heilstätte untermauere, sei die Tatsache, dass in den Gräbern von Stonhenge auch Splitter von Blausteinen gefunden worden seien. Da Blausteine damals wegen ihrer Heilwirkungen geschätzt wurden, gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sie den Menschen als Talismane dienten.

In jüngere Zeit avancierte Stonehenge zum Versammlungsort von religiösen Gemeinschaften. So fand dort zum Beispiel im August des Jahres 1905 eine Zeremonie des “Ancient Order Of Druids” statt, bei der es zur feierlichen Aufnahme von 256 Anwärtern in den Orden kam.

Seit 1972 wurden in Stonehenge jeweils zur Sommersonnenwende zahlreiche “Free Festivals” veranstaltet. Diese erfreuten sich im Laufe der Zeit immer größer werdender Beliebtheit und auch bei diesen Festivals standen druidische oder neuheidnische Kulthandlungen auf der Tagesordnung.

Unter Esoterikern wird darüber hinaus die These vertreten, dass die Erbauer von Stonehenge noch mit dem Kosmos in Harmonie lebten und aus diesem Grund in der Lage waren,

Kraftzentren zu erspüren, in denen sie Tempel wie eben Stonehenge errichteten. Für diese These fanden sich bislang jedoch keinerlei Belege.